Restless Legs (RLS)

Ist ein Begriff, der medizinisch “Syndrom der unruhigen Beine” betitelt.

Das Syndrom der unruhigen Beine, auch als Restless-Legs-Syndrom (RLS) bezeichnet, beschreibt genau das, was ich manchmal erlebe: Ich verspüre einen starken, manchmal kaum zu unterdrückenden Bewegungsdrang in meinen Beinen, besonders wenn ich zur Ruhe komme – also abends auf dem Sofa, oder am Computer (wenn ich lange sitze) oder nachts im Bett.

Dazu kommen unangenehme Missempfindungen wie Kribbeln, Ziehen, Brennen oder sogar Schmerzen, die sich vor allem in meinen Unterschenkeln und Füßen bemerkbar machen aber auch manchmal in den Armen und Händen – das eher seltener.

Diese Empfindungen treten ausschließlich im Ruhezustand auf und werden nachts deutlich stärker. Sobald ich mich bewege, lassen die Beschwerden meist nach – aber nur so lange, wie ich in Bewegung bleibe. Besonders belastend ist, dass diese Symptome meinen Schlaf massiv beeinträchtigen: Ich kann schlecht einschlafen oder wache immer wieder auf, weil die Beine „arbeiten“ wollen. Wenn die Beschwerden besonders ausgeprägt sind, habe ich zusätzlich mit Muskelverkrampfungen oder unwillkürlichen Muskelzuckungen (Faszikulationen) zu kämpfen, die mehrere Sekunden anhalten können. Je länger diese Zuckungen sind umso mehr verhärtet sich das Gewebe.

Die Missempfindungen empfinde ich dabei oft nicht nur als unangenehm, sondern tatsächlich als schmerzhaft.

Vor allem, wenn es an den Füßen, auftrifft hilft mir Folgendes:

In solchen Phasen ziehe ich ab und zu meine Zehen so weit wie möglich ein (einkrallen), halte diese Position für 5 bis 10 Sekunden (soweit es mir möglich ist), und lasse dann wieder locker.

Diesen Vorgang wiederhole ich etwa zehnmal.

Mit etwas Glück ist das bereits ausreichend, sodass der schmerzhafte Bewegungsdrang langsam nachlässt und ich das Bett nicht verlassen muss.

Wie entsteht eigentlich RLS?

Die genaue Ursache des Restless-Legs-Syndroms (RLS) ist bis heute nicht vollständig geklärt.

Es wird angenommen, dass Störungen bei der Signalübertragung in den Nervenbahnen eine Rolle spielen können.

  • Idiopathisches RLS: Hier ist keine auslösende Ursache bekannt. Die Erkrankung entsteht vermutlich durch genetische oder neurobiologische Faktoren, die noch nicht abschließend erforscht sind.
  • Symptomatisches RLS: In diesen Fällen ist das Syndrom Folge einer anderen Grunderkrankung oder eines bestimmten Zustands.

Häufige Auslöser sind:

  • Eisenmangel
  • Niereninsuffizienz
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Schwangerschaft
  • Nebenwirkungen bestimmter Medikamente (z. B. einige Antidepressiva)

Vorkommen:

Häufig bei Polyneuropathien und HMSN. Ca. 5-10 % bei der Normalbevölkerung. 
Im Durchschnitt beginnen die Beschwerden vor dem 30. Lebensjahr.

Die Häufigkeit steigt mit dem Alter an, Frauen sind häufiger und schwerer betroffen als Männer.

Ein relevanter Anteil (ca. 2–4 %) ist behandlungsbedürftig.

Therapien:

– wenn nötig, Eisenmangel ausgleichen

– wenn nötig, Schilddrüsenunterfunktion behandeln

– Medikamente: wie z. B. L-Dopa-Präparate, Natriumkanalblocker

Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden:

  • Behandlung sekundärer Ursachen: Beseitigung auslösender Faktoren (z. B. Eisenmangel, Medikamente, Niereninsuffizienz). Behandlung von Grunderkrankungen wie Polyneuropathien und HMSN, soweit möglich.
  • Medikamentöse Therapie: Dopaminagonisten (z. B. Pramipexol, Ropinirol, Rotigotin).      Alpha-2-Delta-Liganden (z. B. Gabapentin, Pregabalin), besonders bei schmerzhaften Missempfindungen oder zusätzliche Erkrankung (Komorbidität) mit Polyneuropathie. Opioide (bei schwer behandelbaren Fällen). L-Dopa (in niedriger Dosierung, insbesondere bei gelegentlichen Beschwerden).

Für schwerer Betroffene mit starken Missempfindungen sind wahrscheinlich alle Dopaminagonisten bei RLS wirksam.

Einsatz normalerweise bei Parkinson-Krankheit.

Zugelassene Medikamente: 

Die aktuellen deutschen Leitlinien und Fachgesellschaften (S2k-Leitlinie 2023) empfehlen als Medikamente der ersten Wahl bei RLS die sogenannten Non-Ergot-Dopaminagonisten:

  • Pramipexol
  • Ropinirol
  • Rotigotin (Pflaster)

Diese werden bevorzugt, weil sie wirksam sind und ein günstigeres Nebenwirkungsprofil aufweisen als die älteren Ergot-Dopaminagonisten wie Bromocriptin, Cabergolin, Dihydroergocryptin, Lisurid und Pergolid.

  • Nicht-medikamentöse Maßnahmen: Lebensstiländerungen (z. B. regelmäßige Bewegung, Vermeidung von Koffein und Alkohol). Kühle Umschläge, Massagen, Dehnübungen. Schlafhygiene.

Bei sekundärem RLS (z. B. bei Polyneuropathie, HMSN, Niereninsuffizienz) ist die Behandlung der Grunderkrankung besonders wichtig.

Bei Eisenmangel sollte eine Substitution erfolgen, Zielwert Ferritin > 75 ng/m

RLS ist nicht heilbar aber zum Teil symptomatisch behandelbar.