Ein Mensch – wie Du und ich

Im August 1986 erblickte ich im schönen Sachsen das Licht der Welt.

Meine Kindheit war geprägt von Neugier, Abenteuerlust und dem Drang, die Welt zu entdecken. Nach der Schule entschied ich mich für eine Ausbildung im medizinischen Bereich – ein Schritt, der sich schnell als genau richtig herausstellte.
Schon während der Ausbildung wurde mir klar: Medizin ist für mich mehr als nur ein Job – sie ist genau mein Ding!

Die Arbeit mit Menschen, die täglichen Herausforderungen und die Möglichkeit, anderen zu helfen, erfüllten mich mit Sinn und Freude. Kein Tag glich dem anderen – genau diese Abwechslung und das soziale Miteinander machten den Beruf für mich so besonders. Ich hatte das Gefühl, angekommen zu sein.
Mein Umfeld gab mir Sicherheit, ließ mir aber auch genug Raum, mich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln.

Doch dann, im Jahr 2008, stellte eine Diagnose mein Leben plötzlich auf den Kopf. Von einem Tag auf den anderen musste ich innehalten.
Alles, was bisher selbstverständlich war, stand plötzlich auf dem Prüfstand.
Es folgte eine Zeit voller Unsicherheit, Angst und unzähliger Fragen.
Ich fühlte mich oft verloren, manchmal wütend, manchmal einfach nur traurig.

Aber – und das habe ich erst sehr viel später begriffen – genau da begann eine neue Reise.
Eine Reise zu mir selbst und zu Möglichkeiten, die ich vorher nie auf dem Schirm hatte.

Klar, ich will ehrlich sein: Es ist natürlich richtig beschissen, eine fortschreitende Erkrankung zu haben.
Aber daran kann ich jetzt auch nichts mehr ändern.

Irgendwann musste ich mir eingestehen: Das ist jetzt mein Leben.
Und trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – habe ich angefangen, neue Wege zu suchen.
Ich habe gelernt, dass Veränderung nicht immer das Ende bedeutet, sondern oft auch einen Neuanfang.

Heute weiß ich: Auch wenn nicht alles planbar ist, kann ich mein Leben noch gestalten (wenn auch immer mehr mit Einschränkungen) –
mit Mut, Offenheit und der Bereitschaft, immer wieder aufzustehen solange wie es halt geht.