
So weiter geht es mit Teil 2
2023
Immer mehr versuchten wir, in unserem neuen Bundesland anzukommen. Die Landschaft und die Umgebung schlossen wir jedenfalls sofort in unser Herz, während sich andere Dinge komplizierter gestalteten, als es zunächst den Anschein hatte.
„Aber andere Länder, andere Sitten“😉. Immerhin hatten wir superhilfsbereite Vermieter gefunden. Daran war ich so gar nicht mehr gewöhnt. Jahrelange Tyrannei mit Vermietergesellschaften prägte einen doch deutlich. Aber aus dem Großstadtwahnsinn waren wir ja zum Glück raus.
Ich gestaltete viel im Garten und ums Haus. Ein kleiner Steingarten wurde angelegt, mit Steinen, die hier auf dem Grundstück herumlagen und keinen weiteren Sinn hatten, als nur herumzuliegen – und dafür waren sie einfach viel zu schade. Da ich meinen kleinen Garten in der alten Heimat aufgrund des Umzuges verloren hatte, war ich so dankbar darüber, dass es viel auf dem Grundstück und in unserem kleinen mini Grundstück zu erledigen gab. Von Streicharbeiten bis zu Pflanzaktionen, Stück für Stück wurde es schöner und nahm Gestalt an.
Zusätzlich jäteten wir so viel Unkraut, wie noch nie zuvor in unserem Leben.
Unfassbar, was hier alles wuchs!
Die Arbeit an der frischen Luft machte zwar Spaß aber die Arbeit als solches war nur frustrierend – genauso wie Staubwischen … kommt ja doch immer schnell wieder.
Wenn ich nicht draußen war, traf man mich meistens an meinem Basteltisch an.
In diesem Jahr sind dort viele Karten entstanden; ich probierte neue Falttechniken aus und experimentierte mit den unterschiedlichsten Materialien.
Im März begann ich spontan eine Online-Weiterbildung zum Thema „Design“.
Diese erforderten plötzlich wieder ganz andere Ressourcen. Zum Glück konnte ich mir die Themen jedoch individuell nach meinem Wohlbefinden oder meiner kognitiven Leistungsfähigkeit einteilen. Da es ein „Selbstlern-Studium“ war.
Diese Weiterbildung führte dazu, dass sich plötzlich all meine kreativen Interessen zu einem stimmigen Gesamtbild verbanden. Leider stellte sich nach kurzer Zeit aber heraus, dass ich die „Katze im Sack“ gekauft hatte. Diese Ausbildung war alles andere als mit fundiertem Wissen gefüllt. Stattdessen Wischiwaschi Methoden und spärliche Infos – für einen Haufen Geld (welches ich mir mühsam erspart hatte).
Jetzt hieß es Zähne zusammen beißen und es einfach durchziehen!
Seelisch und körperlich zog mich dieser Kurs allerdings sehr herunter, da ich einfach nur maßlos enttäuscht über solche Menschen war – die einem mit geschickten Verhaltensweisen am Ende das Geld aus der Tasche ziehen.
Deswegen suchte ich zusätzlich nach einer Alternative, denn das Themengebiet war genau meins. Zum Glück fand ich eine geniale Möglichkeit! Dieses zweite „Selbstlern-Studium“ verbesserte meine Stimmung erheblich, auch wenn ich dafür noch einmal Geld investieren musste. Aber diesmal hatte es sich mehr als ausgezahlt! Ich war glücklich und total fokussiert. So sehr wuchs in mir wieder der Wunsch nach beruflicher Erfüllung, trotz meiner Erkrankung. Denn hier konnten Hobby und Beruf vereint werden inklusive freier Zeiteinteilung und Co. Diesmal konnte mir Fatigue kein Strich durch die Rechnung machen, außer es lies mich, 24 h am Stück schlafen 😉. Großartige Reden mussten auch nicht geschwungen werden. Perfekt!
Voller Vorfreude räumte ich meinen kleinen kreativen Bürobereich ein. Im Sommer baute ich dann mit telefonischer Beratung meines Bruders (per Videotelefonie) meinen eigenen Rechner zusammen. Wie aufgeregt ich war, als ich nach dem Zusammenbau zum ersten Mal diesen an den Strom anschloss! In meinem Kopf hatte ich mir ausgemalt, dass mir alles um die Ohren fliegen würde und es nur dampfen und zischen könnte… aber stattdessen passierte gar nichts! Bis heute bleibt es mir ein Rätsel, wie ich das alles gemeistert habe .
An meinem Geburtstag gab es dank meines Lieblings, eine megacoole Überraschung für mich. Schon lange hatte ich den Wunsch auch schon zu Großstadtzeiten, einmal in einem Traktor mitzufahren. Tada…im August ging er in Erfüllung.
Da ich seit etlichen Jahren aufgrund der Erkrankung nicht mehr selbst Auto fuhr, war ich ganz schön aufgeregt, als ich dann mal kurzzeitig selbst ans Steuer dieser riesigen Maschine (Fendt) durfte. Und keine Angst. Ich war auf einem landwirtschaftlichen Feldweg unterwegs 😉 Und den Führerschein in der Tasche. Ich war also nicht wirklich eine Gefahr für Mensch und Tier 😄.
Als sich gleich beim ersten Mal der Traktor in Bewegung setzte, fühlte ich Glückshormone in mir á la „Bauer sucht Frau“ 😄
Danke nochmal für dieses geniale Geschenk!
Meine Mutter hatte im Sommer eine richtig schwere Operation am Herzen, aber zum Glück ging alles gut aus! Denn aus der Ferne konnte ich nicht viel ausrichten, außer ihr am Telefon beistehen und die Daumen drücken.
Im Sommer besuchten wir eine richtig geniale immersive Ausstellung zu Frida Kahlo in Hamburg.
Das bedeutete, dass wir durch Bilder und Klänge in eine multimediale Welt abgetaucht sind. Mit entsprechender 3D-Mapping-Projektionssysteme lassen sich Grafiken, Animationen, Bilder oder Videos auf dreidimensionale Objekte projizieren.
Ein Feuerwerk voller Farben und reiner Lebensfreude! Kannte ich so bisher noch nicht. Und die Frida ist eh ein kleines künstlerisches Vorbild für mich. Sie drückt so viel Schmerz und Gefühl mit ihren Bildern aus. Nicht nur weil sie krank war und dennoch ihre Ziele verfolgt hat, sondern auch weil sie gekämpft hat bis zum Schluss.
„Ich bin nicht krank, ich bin zerbrochen. Aber solange ich malen kann, bin ich froh, dass ich am Leben bin.“
Frida Kahlo
Herbst: Musicalbesuch – zum 2. Mal „Die Eiskönigin“. Unfassbar wieder gewesen! Hätten wir das nötige Geld, wären wir jeden Tag gegangen.
Seit langem Mal ein Kinobesuch, der erwähnt werden muss.
Denn wir haben uns „Neue Geschichten vom Pumuckl“ angeschaut.
Man war das schön, in alten Kindheitserinnerungen zu schwelgen.
Im November stand das erste Loreen – Konzert für mich an. Ich war ziemlich nervös, ob ich in der entsprechenden Lokalität genug Luft haben würde und genügend Stehvermögen aufbringen könnte. Es war schon so lange her, wenn dann war es in den letzten Jahren immer mit Bestuhlung. Zum Glück stellte sich die Location als human heraus und wir konnten uns gleich eine gemütliche Sofaecke rechtzeitig vor Konzertbeginn reservieren. Man war ich froh! Dies sind wieder einfache Geschichten aus dem Leben, die zeigen, dass sich am Ende, trotz vorheriger Sorgen und Bedenken, doch alles zum Guten wenden kann. Und manche Energien wurden umsonst für negatives Kopfkino vergeudet.
Um die Weihnachtszeit besuchten wir für einen kurzen Abstecher unser Nachbarland Dänemark und trafen auf den „fliegenden Weihnachtsmann“.
Eine bekannte Attraktion in dieser Gegend.
Kurz vor Jahresende suchte uns leider der Pechvogel heim.
- Unser Auto machte am 28.12 zum allersten Mal Bekanntschaft mit einem Rotwild.
Zum Glück blieb mein Liebling unverletzt, aber unser Auto bekam einiges ab.
Gesamte Lichtanlage auf einer Seite musste im nächsten Jahr erneuert und ein Haufen Dellen und Beulen ausgemerzt werden. - Einen Tag vor Silvester riss unsere Kaminscheibe.
Da die Wohnung im Winter bitterkalt wird, da nicht gedämmt – dachten wir – ach du Sch…
Denn so schnell war kurz vor Jahresende keine neue Scheibe besorgt.
Diesmal lag immerhin kein Schnee.
Da die Heizungen in der unteren Etage eher schwach auf der Brust sind, feierten wir Silvester in voller Wintermontur, mit Thermosachen, Mütze, Schal und dicker Jacke. War ganz schön belastend für meinen Organismus. Denn Kälte sorgt einfach bei mir für noch mehr Nervenschmerzen.
Und zu guter Letzt habe ich über einer jahrelangen Freundschaft von etwa 15 Jahren einen Schlussstrich gezogen. Die Kommunikation, das Gefühl der Wertschätzung und das Vertrauen in unsere Freundschaft haben seit meinem Wegzug stark gelitten. Es war eine schwierige, aber letztlich wichtige Entscheidung.
Na dann Prosit Neujahr! 😉