
Wie genau bricht man jetzt eigentlich 4 Jahre in kurzen Sätzen herunter?
In der schnelllebigen Zeit fällt es einem manchmal schon schwer, eine Woche zu erfassen.
Aber egal…
Hey – ich bin zurück 😊 Einen ganz großen Anteil hat ein lieber Bekannter (ja, Herbert – du bist gemeint).
Denn dieser Herr hat mich immer mal in großen Abständen angeschrieben und nach einem Blog-Update gefragt.
Denn eigentlich wollte ich diesen endgültig einstampfen.
Um ehrlich zu sein, wollte ich mich nicht mehr mit dieser richtig nervigen Erkrankung so intensiv auseinandersetzen. Mir hat schon gereicht, dass ich sie tagtäglich mit mir herumschleppen muss.
Es wäre sicherlich spannender gewesen, wenn ich in diesen Jahren meine Gedanken, Gefühle, Ängste und Sorgen aufgeschrieben hätte. Denn es waren mit Sicherheit für uns alle „besondere“ Jahre, die einschneidend waren. Aber es wird schon seinen Grund haben, warum ich damals nicht mehr in der Lage war, dies zu tun.
Allerdings habe ich festgestellt, dass mir das „Auskotzen“ in schriftlicher Form und das gemeinsame Teilen mit euch, tief in meinem innersten Herzen mir doch irgendwie gefehlt hat.
Und dann kam auch noch das Leben dazwischen…
Ich glaube, um es etwas systematischer zusammenzufassen, versuche ich jetzt die einzelnen Jahre straff herunterzubrechen.
2021
Nur ganz kurz am Rande erwähnt, bevor ich tiefer ins Jahr 2021 eintauche:
In diesem Jahr 2021 kam es bei mir zu einem Umdenken bezüglich Corona, das spürbare Veränderungen mit sich brachte. Ab diesem Zeitpunkt empfand ich das Leben als einen ziemlichen Spießrutenlauf – sei es bei gewissen Ärzten, Behörden oder teils im Freundeskreis. Es bildeten sich verschiedene Fronten.
Näher möchte ich darauf nicht eingehen.
Eine kurze Zusammenfassung zur Erkrankung/Begleitsymptome:
Im Jahr 2020 hatte ich längere Zeit mit der Physiotherapie pausiert, hauptsächlich aufgrund des Tragens der Maske während der Sporteinheiten. Ich bekam sehr schlecht Luft und das erschwerte diese Therapie erheblich. Trotz monatelanger Versuche fühlte ich mich danach immer nur schlechter.
Nach dieser langen Pause musste ich jedoch feststellen, dass mir die Inaktivität alles andere als gut tat.
Daher beantragte ich 2021 ein neues Rezept für Physiotherapie.
Leider musste ich feststellen, dass meine Einheiten drastisch von 30-40 Minuten auf nur noch 15-20 Minuten reduziert wurden. Anscheinend hatte sich die Art der Physiotherapie geändert. Aus irgendeinem Grund stellte mir der Arzt kein Rezept mehr für die PNF (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation) aus, sondern für die normale neurophysiologische Krankengymnastik. Letztendlich war ich einfach nur dankbar, überhaupt noch ein Rezept erhalten zu haben.
Mein Hallux valgus verschlimmerte sich immer mehr und brachte Probleme, das geeignete Schuhwerk noch zu finden. Quetschungen und Druckstellen waren wöchentlich sichtbar und veranlassten mich, noch genauer mein Augenmerk auf meine Füße zu legen – sprich Prüfungen auf Entzündungen und gegebenenfalls Pflegemaßnahmen zu ergreifen.
Und dann ärgerte mich auch noch mein Verdauungstrakt. Schon seit ungefähr zwei Jahren hatte ich den Verdacht, an Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu leiden, insbesondere aufgrund eines massiven Vorfalls, der möglicherweise zu einer Kreuzallergie in Verbindung mit meinen bestehenden Allergien geführt hatte.
Zu Beginn des Jahres waren die Symptome kaum noch auszuhalten: Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall und starke Müdigkeit traten nach dem Verzehr unterschiedlichster Nahrungsmittel auf.
Leider ergaben die ersten Untersuchungen kein wirkliches Ergebnis, und eine gastrointestinale Untersuchung konnte aufgrund der C-Auflagen zunächst nicht zeitnah durchgeführt werden.
Das bedeutete, abzuwarten und weiterhin wie bisher bestimmte Nahrungsmittel zu vermeiden.
Eine Histamin- und Sojaunverträglichkeit stand auch im Raum, wurde aber von seitens der Ärzte weniger ernst genommen.
Private Dinge
Ende 2020 habe ich mich intensiv mit Online Kursen im kreativen Bereich beschäftigt. Diese Erfahrung hat meine trüben Gedanken verscheucht und mir vielfältige Möglichkeiten eröffnet, mich intensiv mit meinem Hobby auseinanderzusetzen. Seit diesem ersten Kreativworkshop vergeht kaum ein Tag, an dem ich mich nicht mit Kunst und Malerei beschäftige oder einen Workshop (bisher ausschließlich online) besuche.
Familiäre Veränderungen erforderten etwas Kraft und Zeit von mir.
Daher widmete ich mich öfters meinem kleinen Garten, da soziale Kontakte zu dieser Zeit (Corona) noch spärlich möglich waren. Von zuhause aus zog ich kleine Gemüsepflanzen auf und baute zwei kleine Miniteiche für meinen Garten.
Wir nähten Masken…und nahmen den Tag, so wie er kam.
Ein entscheidender Sommerurlaub verstärkte den Wunsch nach tiefgreifenden Veränderungen und ließ uns nach unserer Rückkehr nicht mehr los. Daraufhin begannen wir, zu Beginn noch zaghaft, Pläne zu schmieden, die sich immer stärker manifestierten. Wir fanden sogar in diesem Urlaub unsere allererste Flaschenpost!
August: Dies war bis jetzt die letzte Geburtstagsfeier, die ich gemeinsam mit meinen Freunden gefeiert habe.
Denn wir waren auf der Suche nach einer neuen Wohnung in einer völlig anderen Umgebung.
Genauer gesagt sollte der neue Wohnort, das neue Bundesland, über 500 km entfernt sein.
Jetzt galt es systematisch zu planen und zu organisieren.
Wir sortierten aus und verkauften Dinge, die nicht mitziehen sollten.
Ein Kurzurlaub im Harz und ein Besuch in Bayern lenkten uns etwas von unserer angespannten Situation ab, eine Wohnung zu finden. Aufgrund der C-Auflagen war es ziemlich schwierig, geeignete Unterkünfte zu buchen, um uns die gewünschten Wohnungen anzuschauen.
Mitte Dezember war es dann endlich so weit – wir fuhren in unser Wunsch-Bundesland (Schleswig-Holstein) und schauten uns ein paar Wohnungen an. Leider stellte sich diese als arge Enttäuschung heraus.
Das Weihnachtsfest haben wir uns aber nicht vermiesen lassen.
2022
Das Schicksal und der Wohnungsmarkt waren anscheinend in einer besonders großzügigen Stimmung – vielleicht hatten sie sogar einen Glühwein zu viel genossen!
Denn Mitte Januar ging es wieder ins Wunsch-Bundesland, und wir durften diesmal zwei Wohnungen besichtigen. Wovon uns eine besonders interessierte.
Wir waren voller Hoffnung und mit einem kleinen Koffer voller Träume, bereit, uns ins Mietabenteuer zu stürzen.
Und dann passierte das Unglaubliche. Wir bekamen schon am nächsten Tag die Zusage der favorisierten Wohnung! Wir konnten unser Glück kaum fassen.
Doch dieses Glück wurde etwas überschattet, als ich einen Tag nach der Zusage bei einer abendlichen Runde von einem aggressiven Hund, der sich von der Leine losriss, mehrfach gebissen wurde – in die Wade und ins Gesäß. Es kam zur Notfallversorgung in der Ambulanz. Es war ein traumatisches Erlebnis, dessen Nachwirkungen ich manchmal noch bei bestimmten, aggressiven Bellgeräuschen spüre.
Diese Erfahrung hat etwas von der Leichtigkeit bei den Gassirunden bis heute genommen.
Nun hieß es: Schadensersatz beantragen (neu dazugekommen), einen Nachmieter finden, restliche Dinge verkaufen oder verschenken, Umzugskisten besorgen, eine Umzugsfirma beauftragen und vieles mehr – generell die Familie sowie den Bekannten- und Freundeskreis informieren, dass wir in weniger als sechs Wochen weg sind. Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich meine Heimatstadt hinter mir ließ, was natürlich Bedenken und Sorgen ausgelöst hat, aber die Freude diesen Schritt zu wagen, überwog deutlich.
Doch zu diesem Zeitpunkt war ich eher mit der Wundversorgung beschäftigt, denn die Schmerzen wegen des Bisses waren wirklich stark und äußerst unangenehm – sehr ungünstig, wenn man gerade seinen Hausstand zusammenpacken möchte. Das kann ich niemandem empfehlen: Es ist äußerst unglücklich, sich bei einem solch wichtigen Vorhaben beißen zu lassen..vor allem dazu noch in den Arsch 😉
Zusätzlich hatte ich ein äußerst schockierendes Erlebnis mit meiner damaligen Hausärztin:
Aufgrund der C-Auflagen kam es bei mir zu einer unterlassenen Hilfeleistung, was mich mit Wut und Kopfschütteln zurückließ.
Die kommenden Monate drehten sich hauptsächlich um die typischen Angelegenheiten, die man nach einem Umzug so zu erledigen hatte. Wir bauten, packten aus, räumten ein und bestellten oder kauften fehlende Dinge, bauten dann wieder auf, was viel war, da wir kaum mit Möbeln umgezogen sind. Nach getaner Arbeit genossen wir jede freie Minute unserer neuen Heimat.
Endlich war ich aus dem stressigen Alltag heraus und hatte eine gute Portion Landluft in der Nase.
Der Moment war wie ein befreiender Atemzug, der die Last der Stadt hinter mir ließ.
Die sanften Hügel und das weite Feld breiteten sich vor mir aus, und ich fühlte, wie der Wind mir entspannende Gedanken ins Ohr flüsterte. Ja, ich merkte deutlich, wie es mir hier schon gesundheitlich besser gehen würde. Auch wenn vieles schwer war und wir hier absolut niemanden kannten.
Ende März fuhr ich noch ein letztes Mal mit dem Zug nach Leipzig zurück, um die Wohnung abzugeben.
Es waren gemischte Gefühle…aber ich freute mich schon auf die Weite und die gute Luft nach meiner Rückkehr.
Kurzer Einschub zur Erkrankung/Begleitsymptome:
Leider bekam ich schon bald nach allen erledigten Aufgaben heftige Schmerzen in der Leistengegend, die bis ins Bein zogen. Gerade waren die Schmerzen im Bein und im Gesäß (vom Biss) vorbei, kam schon das nächste.
Ich vermutete eine Überbelastung aufgrund des stressigen Umzuges und weil wir ab sofort innerhalb der Wohnung eine Treppe zur oberen Etage hatten. Diese Dauerbelastung war mein Körper wahrscheinlich nicht mehr gewohnt und muckte rum. Es wurden verschiedene aufwendige neurologische Tests durchgeführt (u. a. ENG) inklusive Röntgen. Leider führten diese Untersuchungen, zu keinem wirklichen Ergebnis, im Raum stand:
Meralgia paraesthetica (durch eine Schädigung oder Kompression des lateralen femoralen kutanen Nervs (einem Nerv, der für das Empfinden der Haut im Oberschenkel verantwortlich ist) verursacht wird. Dies kann zu Symptomen wie Taubheit, Kribbeln, Brennen oder Schmerzen im äußeren Oberschenkel führen).
Ich konnte kaum noch kurze Spaziergänge machen. Es war wirklich schmerzhaft und frustrierend.
Abends behandelte ich die Schmerzen mit Schmerzpflastern, die Linderung brachten – solange sie angelegt waren. Sobald das Pflaster jedoch entfernt wurde, begann alles von vorne.
Diese Situation zog sich über mehrere Monate hin, und ich reduzierte die Physiotherapiestunden, um mein Bein und meine Hüfte nicht noch mehr zu belasten. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber nach etwa sechs Monaten war ich in Bezug auf das aktuelle Anliegen wieder „schmerzfrei“. Symptombezogene Nervenschmerzen habe ich ja täglich – deswegen „schmerzfrei“ zu sein, wäre mal so schön gewesen. Aber immerhin wieder eine Sorge weniger. Denn helfen konnte mir von den Ärzten leider nicht wirklich jemand.
Da ich bemerkte, dass sich meine Doppelbilder und generell mein Sehen im Laufe der Zeit verschlechtert hatten, vereinbarte ich einen Termin in einer Augenklinik. Diese bestätigte meine Wahrnehmungen. Der Befund ergab eine deutliche Verschlechterung meiner Dioptrienwerte sowie Veränderungen der Doppelbilder.
Es wurde eine neue Brille mit entsprechenden Gläsern veranlasst.
Gastrointestinal gab es leider keine wesentlichen Veränderungen, außer das dieser Umstand immer weiter zu einer Gewichtsabnahme geführt hat, die bedenklich wurde, da ich schon länger aufgrund der Muskelerkrankung damit zu kämpfen hatte.
Ich hatte jedoch wegen des Umzugs nicht wirklich die Kraft, mich aktiv um weitere Diagnosestellungen meiner Beschwerden zu kümmern 🙄
Switch auf private Dinge
Im Sommer: der erste Musicalbesuch seit langem stand an! „Wicked“ Fantastisch! 😊
Die ersten Familienbesuche trudelten in unserer neuen Heimat ein und fragten sich sicher – wie kann man nur in so eine kleine Wohnung ziehen, bei all den vielen Hobbys 😄? Das fragen wir uns heute noch tagtäglich 😉
Wir machten unsere ersten Erfahrungen mit einem Kamin inklusive Zerkleinerung von Holz – Holz hacken wäre zu übertrieben formuliert 😄
Herbst: zweiter Musicalbesuch – „Die Eiskönigin“. Unfassbar genial gewesen!
Im November erfuhr ich, dass ein sehr guter Freund Ende Oktober aus dem Leben gerissen wurde. Ich war entsetzt und konnte es kaum glauben. Er hatte doch geplant, uns im nächsten Jahr unbedingt zu besuchen.
Diese Nachricht brachte meinen seelischen und körperlichen Haushalt ganz schön durcheinander.
Am Meer absolvierte ich meine persönliche Abschiedszeremonie für ihn…
„Wenn du das hier lesen solltest, ich denke noch oft an dich! Du warst ein ganz besonderer Mensch“.
Solche Nachrichten lassen einen wirklich wieder kurz innehalten und darüber nachdenken, wie kurz das Leben doch sein kann. Deswegen sollte man jeden Moment schätzen und die Zeit mit den Menschen, die einem wichtig sind, sinnvoll nutzen. Es ist wichtig, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, die kleinen Dinge zu genießen und offen für neue Erfahrungen zu sein. Häufig stehen wir im Alltag unter Druck und verlieren aus den Augen, was wirklich zählt: Liebe, Freundschaft und das Streben nach den eigenen Träumen.
Es schreibt sich so leicht herunter, aber es umzusetzen, dazu gehört nicht nur der Wille, sondern auch Disziplin, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, Rückschläge zu akzeptieren. Oft erfordert es, dass man seine Komfortzone verlässt und neue Wege geht.
Manchmal sind es kleine Schritte, die den Unterschied machen…
Solche zaghaften Schritte bin ich 2023 gegangen.